Kraniche

by Christian Freimuth

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1.
Noch Winterhände Ist es nicht schön wie alles wegtaut, wie wir nach Wochen den Dreck wieder sehen. Tut es nicht gut, mit stabileren Knochen endlich wieder mit vollem Kontakt auf den Gründen zu stehen. Denn mit dir kann ich überall gut hingehen, genau dort, wo lang verdecktes Zeug liegt hinsehen. Von nun an brauch‘ ich mir nichts mehr in den Weg legen, außer drei Schatzschubläden und ‘nem Blatt Papier, auf dem wir alles festhalten, das noch irritiert, daraus ein Boot falten, das jetzt, wo‘s nicht mehr friert, auf dem Tauwasser im Rinnstein rasch davon fährt, sich in Freiheit auflöst und nur noch das Glück nährt. Es funkelt im Matsch, es sprießt was im Schlagloch, es zittern noch Knaller im Februarwind. Im Streusand auf den Wegen skizzieren wir Pläne, denn es ist meistens der Abspann, mit dem alles Neue beginnt. Und mit dir kann ich überall gut hingehen… Es sind noch Winterhände, die sie sich tief in meiner Jackentasche rauen Mutes zaghaft aneinander reiben, die sich trotz manch pikanter Witterungsverletzung dazu trauen, eng bei sich und bei der anderen zu bleiben, und die nun schließlich auf dem Weg sind, ihre Hornhaut aufzugeben, um ohne zu viel Schutz den Pulsschlag zu erspüren, um nicht mehr alles um sich rum nur stets energisch zu begreifen, sondern endlich sich empfi ndsam zu berühren. Denn mit dir…
2.
Drehmoment 04:38
Drehmoment Du siehst auch nicht jünger aus. Wie könnte es anders sein. Irgendwie hattest du mal geglaubt, dass das Leben ohne Sehnsucht leichter sei. Jetzt denkst du manchmal, du gehst einfach raus zur Tür und kommst erst wieder, wenn dir wirklich danach ist. Dass du überhaupt nicht weißt, wohin du dann nur gehen sollst, gehört zu dem, was du noch auf der Couch vergisst. Kriegst du auch hin und wieder was geschenkt, sind das meist Bücher aus dem Ratgeber-Regal. Ausgerechnet auf dem Weg dahin, eins davon umzutauschen überkommt’s dich im Einkaufszonenspringbrunnenkanal. Wenn alles von dir wegzufließen scheint, dreh dich um. Wenn alles von dir wegzufließen scheint, dreh dich um. Wenn alles von dir wegzufließen scheint, dreh dich um. Ganz egal wie ‘rum. Dein abblätternder Nagellack zittert wie Espenlaub im Wind. Auf deine Weise glaubst du immer noch, dass deine Jugend ewig bleibt und nie verrinnt. Der Vater deiner Tochter wohnt in Budapest. Dass sie auch dort lebt, sagst du macht dir nichts aus. Wenn du deine alten Udo Jürgens-Platten hörst, träumst du dich nach New York, dabei sind Städte dir ein Graus. Und wenn dir überhaupt mal wer was schenkt, sind Esoterik-Bücher meist die erste Wahl. Ausgerechnet auf dem Weg dahin eins davon umzutauschen überkommt’s dich im Einkaufszonenspringbrunnenkanal. Wenn alles von dir wegzufließen scheint, dreh dich um. Wenn alles von dir wegzufließen scheint, dreh dich um. Wenn alles von dir wegzufließen scheint, dreh dich um. Ganz egal wie ‘rum.
3.
Pferde stehlen Mit Turnschuhen über das Moos bis du auf kaum einer Liste mehr stehst. Im Schneeanzug auf meinem Schoß, bis du im Frühling zur Koppel raus gehst. Mit der Freiheit im Kopf und der Hand am Elektrozaun schweigst du aufs Land und kommst später mit einem „wir könnten doch“ außer Atem nach Hause gerannt. Doch mit „wir“ meinst du bloß dich und mich und weiter willst du nicht zählen, und/doch es braucht mehr als uns zwei, um später noch Pferde zu stehlen. Mit deiner Thermoskanne voll Muscheln gehst du jeden Morgen aufs Feld. Und ich kann nicht umhin zu bewundern, wie du dort deine Träume bestellst. Bis zu dem Sommerferientag, an dem man die Augen nicht aufmachen mag und du hochschicksalsschwanger erfragst „schleichen wir uns jetzt raus über den Trampelpfad?“ Denn mit „wir“ meinst du bloß dich und mich...
4.
Wenn wir da durch gehen Sag zur Begrüßung so fest wie du kannst: „Ich verlasse mich niemals auf dich. Wenn ich mein Vergleich für das Glück wär, dann würde ich hinken.“ Bestell ‘nen einsamen Ritter aus Toast, leg ihn zärtlich nur auf deinen Schoß. Und sag später zum Abschied ganz leise: „Gehen wir noch was trinken. Denn wenn wir da durch gehen, dann müssen wir nicht an der Straße lang, und gehen wir an der Straße lang, müssen wir nicht da durch. Aber wenn wir da durch gehen, dann kommen wir nicht an der Straße lang, und gehen wir an der Straße lang, kommen wir nicht da durch.“ Bestell ‘ne Weinreise oder auch zwei, je nachdem, wie erfahren ihr seid. Es geht jedes Getränk auf der Welt, wenn es dich bloß erinnert. Bei einem geraden Glas werde dir klar, bei einem ungeraden sentimental. Und sag zu dir selbst: „Es ist völlig okay, wenn‘s sich erstmal verschlimmert. Denn wenn wir da durch gehen, dann müssen wir nicht an der Straße lang, und gehen wir an der Straße lang, müssen wir nicht da durch. Aber wenn wir da durch gehen, dann kommen wir nicht an der Straße lang, und gehen wir an der Straße lang, kommen wir nicht da durch.“ Mit etwas Glück sagt er schließlich, dass er dir jetzt alles verzeiht, weil auch sein Herz ein längeres Bein hat, das er dir gern für immer leiht. Es sei zwar nicht viel und auch nicht besonders verwegen, aber dafür schon sehr lang dabei, letztendlich alles was war zu vergeben. Denn wenn wir da durch gehen, dann müssen wir nicht an der Straße lang, und gehen wir an der Straße lang, müssen wir nicht da durch. Aber wenn wir da durch gehen, dann kommen wir nicht an der Straße lang, und gehen wir an der Straße lang, kommen wir nicht da durch.
5.
Nur ein Lied 06:33
Nur ein Lied Du bist seit Wochen nur zuhaus‘, quälendes Aus, nichtmal Ersatzmannschaftsgefühl. Die Welt lässt das kühl, dreht sich scheinbar völlig ohne dich, als ob sie dich nicht braucht, mittendrin in ihrem großen Bauchgewühl. Und wenn dich niemand anruft, unterhält dich nur der Wind, der auf dem Balkon mit den Efeublättern spielt, aber du, du machst gerade ein Kind und ich, ich mach mal wieder nur ein Lied. Wen immer du auch triffst, fragt nimmer mehr nach dir, nur noch über Bande interessierst du noch am Rande dessen, was du in dir trägst und dich jetzt stolz zu machen hat, und deshalb soviel Druck ausübt, dass alle Liebe manchmal sich zu verlaufen droht im Sande. Wenn wieder nichts im Fernsehen läuft, unterhält dich nur der Wind, der auf dem Balkon mit den Regenpfützen spielt, aber du, du machst gerade ein Kind und ich, ich mach mal wieder nur ein Lied, das dafür zum Vorschein bringt, wie sehr du dich freust, wenn dich niemand dazu zwingt, in deinem Gefühl für die Stirn tief in dir drin, die sich uns bald bietet, wenn unser Leben gut gelingt mindestens so lange bis wir selber nicht mehr sind. Und auch wenn dich niemand anruft, ist da mehr als nur der Wind, der im Pseudofrühlingshimmel mit allen Wolkenformen spielt, denn du, du machst gerade ein Kind und ich, ich mach für euch Musik.
6.
Dein schlichtestes Kleid Hörst du richtig zu oder bist du ein Passepartout, das die Kunst durch sich hindurch lässt? Glaubst du, was du tust, selbst dann noch, wenn du musst, oder dass du dich von was abhältst? Denn wenn man dir Ruhe leiht, dann füllst du sie mit Lärm, und zeigt man dir was von Gewicht, fängst du an, dich zu beschweren. Zieh dein schlichtestes Kleid an. Wir sind dabei, zu erleichtern. Magst du, wer du bist, oder bist du Perfektionist, der selbst im Schlaf kein gut genug kennt? Hast du stattdessen Appetit auf eine Stange Dynamit, die dich vom wahren Leben absprengt? Denn wenn man dir Ruhe leiht, dann füllst du sie mit Lärm, und zeigt man dir was von Gewicht, fängst du an, dich zu beschweren. Wir wussten oft nicht, was man braucht und schlugen uns den Bauch voll mit Schall und heißen Eisen Doch jetzt kehren wir zurück, mit dem Straßenfegertrick Strich für Strich in immer kleiner werdenden Kreisen Denn wenn man uns Ruhe lieh, dann füllten wir sie mit Lärm, und zeigte man uns was von Gewicht, fingen wir an, uns zu beschweren. Zieh dein schlichtestes Kleid an. Wir sind dabei, zu erleichtern.
7.
Auf dem Dachvorsprung Ich lieb‘ fast nichts so sehr, wie dich in meinen Armen zu wiegen, dich auf der Thunder Road zum Schlaf zu besingen, mir dabei vorzustellen, wie du losfährst, um in was zu siegen, und vielleicht was von dem Glück zurück zu bringen. Doch mindestens so sehr lieb‘ ich, in einer lauen Nacht auf dem Dachvorsprung zum Hof hinaus zu sitzen, deine Mamita nur mit einem kleinen Dosenbier zu teilen, mal nur für sich zwei ferne Sterne zu stibitzen und Träume draus zu feilen. Es ist so wunderschön, zuzusehen wie du schläfst und dabei anzunehmen, dass es dir gut geht. Sich dazu hin zu überlegen, welches Monster du erlegst und wo die nächste Fähre dich danach hinträgt. Doch mindestens so sehr lieb‘ ich, in einer lauen Nacht auf dem Dachvorsprung zum Hof hinaus zu sitzen, deine Mamita nur mit einem kleinen Dosenbier zu teilen, mal nur für sich zwei ferne Sterne zu stibitzen und Träume draus zu feilen.
8.
Laub fegen bei Regen Find‘ dich damit ab, sagt die Abfindung. Komm‘ damit klar, nicht gerade die Klarheit. Stell‘ dich hinten an, sagt die Anstellung. Wahrscheinlich ist gerade das nicht die Wahrheit. In Wahrheit machst du dir was aus dem, was du draus machst, meistens zu wenig für ‘nen Mann von Kaliber, oft tust du dann gerade das, was du bei anderen verlachst, und manchmal würdest du einfach lieber Laub fegen bei Regen, auf unbefestigten Wegen, entgegen all diesen Plänen, im Leben zu stehen. Laub fegen bei Regen, dem Trotz und der Freiheit wegen, entgegen all diesen Plänen, im Leben zu stehen. Sorg‘ dich von jetzt an, sagt die Sorgepflicht. Speziell gemein ist das nicht im Allgemeinen. Dein neues Zeug wächst hier nicht besser, sagt das Neonlicht, deine Geheimratsecken nicht im Geheimen. Im Geheimen machst du dir was aus dem, was du draus machst, das macht ihn gerade aus, den Mann von Kaliber, oft tust du dabei dann das, was du bei anderen verlachst, und manchmal würdest du einfach lieber Laub fegen bei Regen, auf unbefestigten Wegen, entgegen all diesen Plänen, im Leben zu stehen. Laub fegen bei Regen, dem Trotz und der Freiheit wegen, entgegen all diesen Plänen, im Leben zu stehen. Hab‘ stets ‘ne Antwort, sagt die Verantwortung, und „Weiß nicht“ gilt dabei nicht als Weisheit. Verbitte dir das jetzt, sagt die Verbitterung. Mach was du willst, gerade nicht mehr die Freizeit. Ist doch alles Scheiße, denkst du von Zeit zu Zeit, viel zu gewöhnlich für ‘nen Mann von Kaliber. Oft genug solltest du eigentlich zum Himmel schreien und manchmal würdest du einfach lieber…
9.
BETR.: SAINT-EXUPÉRY, KAP. XXI Ich kann dich nicht verstehen, wie deine glasigen Augen schräg, links, halb an mir vorbeisehen und damit wie Dämonen um mich wehen, von denen ich bisher dachte, dass sie mich bestimmt gar nichts angehen. Und ich frag mich: Schreist du jetzt schon, weil du wütend auf mich bist? Oder weil du dich noch nicht auf mich verlässt? Wär kein Wunder, weil du mich kaum Wochen kennst und noch nicht weißt, ob ich will, dass du mich zähmst. Ich kann schon nicht mehr widerstehen, Faxen zu machen, die alle deine Sinne klar, schnell zu mir hindrehen. Denn, um vor Geistern zu bestehen, müssen wir ihnen und uns mit reinem Gefühl tief hinein ins Herz sehen. Und so frag ich mich: Lachst du jetzt schon über mein peinliches Versehen? Oder einfach, weil wir uns als Witz verstehen? Wär kein Wunder, weil wir uns schon Wochen kennen und schon mittenmang dabei sind, uns zu zähmen. Und so verschwenden wir unsere Zeit, jeden Augenblick bereit, für uns einzigartig zu werden und zu bleiben. Und ich geb zu, dass es mich freut, wenn's nur ein Jäger weit und breit trotz blinden Herzens schafft, uns dafür zu beneiden. Denn ich weiß, du lachst, weil wir unsere Wahrheit sehen oder einfach, weil wir unseren Witz verstehen. Ist kein Wunder, weil wir uns schon Wochen kennen und schon mittenmang dabei sind, uns zu zähmen.
10.
Schwerelos 06:25
Schwerelos Mögen die Schatten auf deinem Herzen sich stets so leicht es geht verwandeln – in Kraniche, denen die Sonne aufs Federkleid scheint, die sehr gut wissen, dass es keine Fehler gibt, nur viele Arten, selbst zu handeln, und dass genau jetzt irgendwo trotzdem jemand aus Angst vor einem weint. Irr‘ dich also lieber auf eigene Weise als eine Wahrheit zu kopieren. Im ersten Fall bist du ein Mensch und in dem anderen plappert nur ein Papagei. Das Leben ist zwar viel zu kurz, um sich erst Mut anzutrinken, doch viel zu lang dafür, nicht du selber zu sein. Ich wünsch‘ mir dich schwerelos, leichtblütig, vogelfrei, weit weg vom Einerlei und doch mitten im Leben. Ich wünsch‘ mir dich selbstvertraut und -sicher auf Glück gebaut, und dass ich es schaff‘, dir was du dazu brauchst auf den Weg mitzugeben. Was dich ausmacht ist das, was du liebst, und nicht wer dich zurück liebt. Übe Loslassen, festhalten kannst du, das weiß ich ganz genau. Wer sich immer vor Traurigkeit schützt, kriegt am Ende auch das Glück nie. Deshalb lass frische Luft an dein Herz und nimm den Sonnenbrand in Kauf. Ich wünsch‘ mir dich schwerelos… Ich wünsch‘ mir dich voller Kraft, an alles, was für dich passt unumstößlich zu glauben und dich trotzdem im Dasein zu gründen. Ich wünsch‘ mir dich wie du bist und dass du das nie vergisst. Und alles andere, alles andere, das wird sich schon finden.

credits

released May 18, 2012

Text & Musik: Christian Freimuth

Arrangiert mit: Sascha Vendt

Aufgenommen, gemischt und gemastert von:
Michael Pfirrmann, www.Klangkomplex.com,
Februar 2011 - Februar 2012, Lübeck

Fotografie: www.HelgeFerbitz.com

Gestaltung: www.MaximilianSchulz.com

Gesang, Gitarre und Geräusche:
Christian Freimuth

Bass, Percussion, Bierflaschenflöte, E-Piano,
Schlagzeug, Gitarre, Melodica, Orgel, Cajon,
Mundharmonika, Glockenspiel, Akkordeon
und Geräusche:
Sascha Vendt

Produziert von Christian Freimuth,
Michael Pfirrmann & Sascha Vendt

www.christianfreimuth.de

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Christian Freimuth Germany

Deutschsprachiger Singer-Songwriter-Indiepop mit Einflüssen aus Folk, Americana und der Gitarrenmusik der Neunziger.

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